Fallstudien: Wasser

Ein großer Teil der Gewässer in der EU befindet sich immer noch unterhalb des guten ökologischen Zustands, wobei die Nährstoffabflüsse aus der Landwirtschaft einen großen Anteil daran haben und die Wasserressourcen in einigen Ländern ineffizient genutzt und verwaltet werden. Der Wasser-Cluster identifiziert und bewertet bestehende und potenzielle Maßnahmen der Agrarumweltpolitik für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen und untersucht genau die Verhaltensmotivationen und Hindernisse für die Koordinierung zwischen Landwirten beim Schutz der Wasserqualität und der Wassernutzung. Anhand von drei Fallstudien in ganz Europa (Spanien, Ungarn und Dänemark) werden die unterschiedlichen Kontexte und Traditionen der kooperativen Bewirtschaftungspraktiken untersucht. Die Fallstudie in Spanien konzentriert sich auf die Analyse der Probleme, mit denen der ökologische Landbau in mediterranen Bewässerungssystemen konfrontiert ist, während sich die Fallstudie in Ungarn auf die Bewertung politischer Optionen für eine integrierte und effiziente Nutzung der Bewässerung konzentriert. Die Fallstudie in Dänemark untersucht politische Interventionen zur Verbesserung der Wasserqualität. Methodisch setzen wir quantitative und qualitative Methoden ein: Fokusgruppendiskussionen, Interviews, Ex-post-Evaluierung der Politik, Erhebungen im Rahmen von Choice-Experimenten und wirtschaftliche Experimente. Der Wassercluster liefert wichtige politische Beiträge zur Bekämpfung des Nährstoffabflusses aus der Landwirtschaft und zur effizienten Nutzung von Wasser.

Veröffentlichungen

Testing design principles of collective action schemes to enhance sustainability of water resource use
18. September 2025
Wassermanagement auf Landschaftsebene ist entscheidend, um die ökologischen und hydrologischen Herausforderungen der europäischen Landwirtschaft zu bewältigen. Da Landbesitz oft zersplittert ist, muss das Management über einzelne Betriebe hinausgehen und sich an den natürlichen Wassersystemen orientieren....
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Wassermanagement auf Landschaftsebene ist entscheidend, um die ökologischen und hydrologischen Herausforderungen der europäischen Landwirtschaft zu bewältigen. Da Landbesitz oft zersplittert ist, muss das Management über einzelne Betriebe hinausgehen und sich an den natürlichen Wassersystemen orientieren. Dafür ist eine Zusammenarbeit zwischen Landwirtinnen und Landwirten sowie weiteren Akteuren erforderlich.

In dieser Studie (Meilenstein 9) wurden die Motive und Hindernisse für kollektives Handeln untersucht, um die Auswirkungen auf Wasserressourcen zu verringern. Dabei wurden Elinor Ostroms Gestaltungsprinzipien (Design Principles, DPs) als Werkzeug genutzt, um die Stabilität institutioneller Strukturen in drei Fällen zu bewerten: Bewässerungsmanagement in Spanien und Ungarn sowie ein einzugsgebietsbezogenes Stickstoffregulierungssystem in Dänemark.

Der spanische Fall zeigt eine starke Übereinstimmung mit den DPs, mit verschachtelten, nutzergetriebenen Organisationen und gesetzlich anerkannten kollektiven Rechten. Der ungarische Fall ist stark top-down gesteuert, es fehlt jedoch an Kapazität für komplexe und kollektive Wassermanagementmaßnahmen sowie an notwendiger Kooperation, Koordination und fachlicher Unterstützung von unten. Im dänischen Fall ist die Abweichung von den DPs groß, da nur wenige Akteure eingebunden sind und die Nutzer wenig Entscheidungsfreiheit haben.

Die Ergebnisse zeigen, wie der institutionelle Kontext und die Art der Governance die Legitimität und Effektivität des Wassermanagements beeinflussen. Ostroms Prinzipien liefern zwar einen wichtigen Referenzrahmen, geben aber nur begrenzte Einblicke in die Verhaltensfaktoren, die die Teilnahme von Landwirtinnen und Landwirten beeinflussen. Zukünftige Forschung sollte daher auch verhaltensbezogene Aspekte berücksichtigen, um den Erfolg oder Misserfolg kollektiver agrarökologischer Maßnahmen für eine nachhaltige Wassernutzung besser zu verstehen.

Unsere weitere Arbeit wird über die institutionelle Analyse hinausgehen und die verhaltensbezogenen Hebel und Hindernisse in kollektiven agrarökologischen Programmen untersuchen.

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Mapping the contribution of selected case studies to VISIONARY
20. Juli 2025
Dieser Bericht (Deliverable 2.2) baut auf dem ersten konzeptionellen und analytischen Rahmen des VISIONARY-Projekts auf. Er zeigt, wie die ausgewählten Fallstudien sich gegenseitig ergänzen, um die wichtigsten Ziele des Projekts zu erreichen. Außerdem werden die theoretischen Grundlagen unserer Arbeit...
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Dieser Bericht (Deliverable 2.2) baut auf dem ersten konzeptionellen und analytischen Rahmen des VISIONARY-Projekts auf. Er zeigt, wie die ausgewählten Fallstudien sich gegenseitig ergänzen, um die wichtigsten Ziele des Projekts zu erreichen. Außerdem werden die theoretischen Grundlagen unserer Arbeit kurz erklärt und der Ansatz beschrieben, der in den Fallstudien angewendet wurde.

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Visionary Projekt Flyer
29. November 2023
Alle wichtigen Fakten zu VISIONARY auf einen Blick. ...
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Alle wichtigen Fakten zu VISIONARY auf einen Blick.

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