In Deutschland konzentriert sich das Science-Policy-Interface (SPI) zu pflanzlichem Eiweiß auf die Förderung von Hülsenfrüchten für den menschlichen Verzehr als Teil der nationalen Strategie zur Unterstützung einer gesünderen, nachhaltigeren und pflanzlichen Ernährung. Anhand einer Fallstudie zu pflanzlichem Eiweiß bringt das SPI eine Vielzahl von Akteuren – Landwirte, Verarbeiter, Produzenten, Forscher, Einzelhändler und politische Entscheidungsträger – zusammen, um Hindernisse zu identifizieren und koordinierte Lösungen entlang der Wertschöpfungskette für Hülsenfrüchte zu entwickeln.
Zwei Workshops bildeten den Kern des SPI-Prozesses: Der erste untersuchte die Triebkräfte und Hindernisse für die Steigerung des Leguminosenanbaus, während der zweite Best-Practice-Projekte, Förderprogramme für regionale Leguminosen und Kooperationsmodelle wie das Deutsche Leguminosen-Netzwerk (LeguNet) vorstellte. Diese Diskussionen zeigten, dass die Herausforderungen für Leguminosen komplex sind und je nach Perspektive der Beteiligten variieren.
Kernaussagen:
- Ein stabiler politischer und strategischer Rahmen ist unerlässlich: Langfristige politische Unterstützung ist ebenso wichtig wie finanzielle Anreize. Ohne kohärente Strategien und klaren politischen Rückhalt bleiben die Bemühungen zur Stärkung der Leguminosenproduktion und -verarbeitung fragmentiert.
- Stärkere Zusammenarbeit und Netzwerke sind wichtige Hebel: Initiativen wie LeguNet zeigen, wie wichtig es ist, die Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu vernetzen. Nur durch Zusammenarbeit – vom Anbau bis zur Verarbeitung und Vermarktung – können strukturelle Lücken geschlossen und Innovationen skaliert werden.
- Die Verarbeitung bleibt eine Schwachstelle: Während einige kleine Akteure Fortschritte machen, fehlt es bei der Verarbeitung von Hülsenfrüchten noch an technologischem Know-how, Investitionen und Anreizen. Dies schränkt die Verfügbarkeit attraktiver Produkte aus Hülsenfrüchten auf dem Markt ein.
- Aufklärung und Verbraucherbewusstsein sind entscheidend: Hülsenfrüchte werden immer noch mit überholten Vorstellungen assoziiert. Die Sensibilisierung durch Bildungsinitiativen (z. B. in Schulen oder bei der Ausbildung von Köchen) und die Vermittlung positiver Erfahrungen (z. B. „Tag der Bohne“ in Kantinen) können dazu beitragen, die Akzeptanz und die Nachfrage zu steigern, insbesondere nach unverarbeiteten Hülsenfrüchten.
Es gibt keine Einheitslösung für alle. Um das volle Potenzial von Leguminosen in Deutschland zu erschließen, bedarf es einer Kombination aus stabilen politischen Maßnahmen, gezielter Unterstützung, starken Netzwerken und Bildungsmaßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
