Nach vier Jahren der Forschung, Zusammenarbeit und des Austauschs brachte das VISIONARY-Projekt Forscher, politische Entscheidungsträger, Fachleute aus der Praxis und Interessenvertreter aus ganz Europa zu seiner Abschlusskonferenz „From Research to Action“ zusammen, die gemeinsam mit dem ENFASYS-Projekt in Brüssel organisiert wurde.
Mit rund 100 Teilnehmern – davon 80 vor Ort und 20 online – bot die Veranstaltung eine Plattform, um über wichtige Projektergebnisse nachzudenken, Erfahrungen auszutauschen und zu erörtern, wie die Forschung den Übergang zu nachhaltigeren, widerstandsfähigeren und inklusiveren Agrar- und Ernährungssystemen beschleunigen kann.
Die Konferenz spiegelte das zentrale Ziel von VISIONARY wider: wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischem Handeln zu verknüpfen und den Dialog über Disziplinen, Sektoren und Verwaltungsebenen hinweg zu fördern.
Systemdenken trifft auf Erkenntnisse aus der Verhaltensforschung
Die Veranstaltung begann mit Begrüßungsreden der Projektkoordinatoren Erwin Wauters (ENFASYS) und Dionisio Ortiz-Miranda (VISIONARY), die den Rahmen für Diskussionen zu einem der zentralen Themen der Konferenz schufen: die Verbindung von Systemdenken und verhaltenswissenschaftlichen Erkenntnissen, um die Komplexität von Agrar- und Ernährungssystemen besser zu verstehen und wirksamere politische Maßnahmen und Interventionen zu fördern.
In Keynote-Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Fishbowl-Sitzungen, Rundtischgesprächen und Workshops in kleinen Gruppen setzten sich die Teilnehmer damit auseinander, wie systemische Ansätze dazu beitragen können, Hindernisse für die Nachhaltigkeit zu überwinden, und dabei die unterschiedlichen Perspektiven von Landwirten, Verbrauchern, Unternehmen, politischen Entscheidungsträgern und der Zivilgesellschaft zu berücksichtigen.
Von Forschungsergebnissen zu praktischen Lösungen
Während der gesamten Konferenz stellten die VISIONARY-Partner Erkenntnisse vor, die im Rahmen der Fallstudien und der Aktivitäten zur Einbindung der Interessengruppen des Projekts gewonnen wurden.
In den Diskussionen wurde deutlich, dass die Umgestaltung der Agrar- und Ernährungssysteme mehr erfordert als nur technologische Innovationen oder vereinzelte politische Maßnahmen. Vielmehr hängen erfolgreiche Übergänge von Zusammenarbeit, gemeinsamem Lernen und einem besseren Verständnis dafür ab, wie verschiedene Akteure das gesamte Ernährungssystem beeinflussen – und von diesem beeinflusst werden.
Zu den auf der Konferenz behandelten Themen gehörten Verhaltensfaktoren für einen nachhaltigen Wandel, partizipative Ansätze zur Politikgestaltung, nachhaltige Wertschöpfungsketten, Verbraucherentscheidungen, ökologischer Landbau, agroökologische Praktiken sowie Governance-Ansätze, die einen systemischen Wandel unterstützen.
Das interaktive Konferenzformat regte die Teilnehmer dazu an, Erfahrungen auszutauschen, Annahmen zu hinterfragen und gemeinsam über Möglichkeiten zur Ausweitung erfolgreicher Ansätze nachzudenken.
Zusammenarbeit treibt den Wandel voran
Eine Botschaft zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung: Der Übergang zu einem nachhaltigen Ernährungssystem lässt sich nicht durch das alleinige Handeln einzelner Akteure erreichen.
Forscher, politische Entscheidungsträger, Landwirte, Unternehmen und die Zivilgesellschaft spielen alle eine wichtige Rolle bei der Gestaltung künftiger Ernährungssysteme. Die Teilnehmer betonten, dass die sektorübergreifende Zusammenarbeit und die Zusammenarbeit auf verschiedenen Verwaltungsebenen – ebenso wie eine echte gemeinsame Gestaltung von Strategien und Lösungen – unerlässlich sind, um sinnvolle und dauerhafte Veränderungen zu bewirken.
Diese Sichtweise wurde von den Rednern geteilt, die betonten, dass die künftige Agrarpolitik über reine Konsultationen hinausgehen und in Richtung gemeinsamer Gestaltung gehen, die Zusammenarbeit auf Landschaftsebene stärken und naturfreundliche landwirtschaftliche Ansätze besser unterstützen müsse.
Wir möchten uns bei allen Referenten, Teilnehmern, Moderatoren und Organisatoren dafür bedanken, dass sie zu einem inspirierenden Tag des Dialogs und des Austauschs beigetragen haben.



