Wie kann die ökologische Anbaufläche in Deutschland bis 2030 ausgeweitet werden? Diese zentrale Frage steht im Mittelpunkt des Science-Policy-Interface (SPI) zum ökologischen Landbau, das wichtige Akteure aus verschiedenen Bereichen wie Landwirte, Berater, Forscher, politische Entscheidungsträger und andere Akteure entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette zusammenbringt. Ziel ist es, Lösungen zu finden, die die Umstellung auf den ökologischen Landbau vorantreiben und die ökologische Anbaufläche in Deutschland vergrößern können.
Im ersten SPI-Workshop erörterten die Teilnehmer die Haupthindernisse für die Ausweitung des ökologischen Landbaus. Als Haupthindernisse wurden eine unzureichende Marktnachfrage, eine fehlende Verarbeitungsinfrastruktur, ein Mangel an Beratern und technischer Unterstützung sowie schwankende Gewinne der Landwirte genannt. Die Überwindung dieser Hindernisse wird als entscheidend angesehen, um die Umstellung auf den ökologischen Landbau zu beschleunigen und die nationalen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Eine vielversprechende Lösung ergab sich aus den Diskussionen über das öffentliche Beschaffungswesen. Durch die Steigerung der Nachfrage nach Bioprodukten in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäusern und staatlichen Kantinen können die politischen Entscheidungsträger einen stabilen und vorhersehbaren Markt schaffen, der mehr Landwirte dazu ermutigt, ökologische Verfahren anzuwenden. Die Beteiligten waren sich einig, dass das öffentliche Beschaffungswesen ein wirksames Instrument sein kann, um das Wachstum des ökologischen Landbaus in Deutschland zu fördern.
Um diese Lösung weiter zu untersuchen, konzentrierte sich der zweite SPI-Workshop auf praktische Strategien zur Integration von Bioprodukten in die öffentliche Beschaffung. Die Akteure aus der Region Frankfurt diskutierten über bestehende Netzwerke und Strukturen, die die breite Einführung von Bioprodukten in öffentlichen Einrichtungen unterstützen könnten. Die Stärkung dieser regionalen Verbindungen, die Nutzung etablierter Initiativen und die Förderung der sektorübergreifenden Zusammenarbeit wurden als entscheidende Schritte auf dem Weg zur Einführung von Bioprodukten als Standard in der öffentlichen Beschaffung identifiziert.
Das SPI unterstützt weiterhin die Entwicklung von Kooperationsstrategien und setzt sich für die Bewältigung der Herausforderungen ein, die das Wachstum des ökologischen Landbaus begrenzen. Durch die Betonung der Rolle des öffentlichen Beschaffungswesens bei der Förderung der Nachfrage trägt die SPI zur Schaffung einer nachhaltigeren Zukunft in Deutschland bei.
Zusätzlich zu den Workshops wird der SPI durch eine Umfrage über mögliche politische Maßnahmen zur Verbesserung der öffentlichen Bio-Beschaffung unterstützt. Diese Umfrage wird dazu beitragen, Erkenntnisse von Interessengruppen zu sammeln und politische Entscheidungen zu treffen, die darauf abzielen, den ökologischen Landbau auszuweiten und die Nachhaltigkeit im gesamten Lebensmittelsystem zu fördern.
