Ungarns zweite Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik (SPI) konzentriert sich auf eines der dringendsten Probleme des Landes – die nachhaltige Wasserbewirtschaftung. Es wird untersucht, wie Landwirte dazu ermutigt werden können, bei der kollektiven Bewirtschaftung von Wasserressourcen zusammenzuarbeiten und wie eine solche Zusammenarbeit widerstandsfähigere Landschaften unterstützen kann. Im Rahmen des VISIONARY-Projekts leitet der AKI eine Reihe von SPI-Workshops, die Experten aus Politik, Wissenschaft, Landwirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenbringen. Diese vielfältige Gruppe – darunter Wasseringenieure, politische Entscheidungsträger, Forscher, Landwirte und Gemeindevertreter – arbeitet zusammen, um zu verstehen, was die Zusammenarbeit im Wassermanagement antreibt und was sie behindert.
Der erste Workshop lädt die Teilnehmer ein, sich die Zukunft der ungarischen Wasserwirtschaft im Rahmen einer Foresight-Übung vorzustellen. Die Diskussionen zeigen, dass nachhaltiges Wassermanagement zwar ein gemeinsames Ziel ist, der Fortschritt aber durch das Fehlen einer gemeinsamen „Wasservision“, die alle Interessengruppen vereint, begrenzt wird. Zersplitterte Verwaltung und konkurrierende Interessen von Landwirten, Behörden und Umweltschützern machen es schwierig, eine gemeinsame Basis zu finden.
Der zweite Workshop baut auf diesen Erkenntnissen auf und hebt hervor, dass die Ungewissheit über Land- und Infrastruktureigentum eines der größten Hindernisse für kollektives Handeln bleibt. Die Teilnehmer sind sich einig, dass ohne koordinierte, landschaftsbezogene Lösungen und faire Entschädigungssysteme ein echter systemischer Wandel nur schwer zu erreichen sein wird.
Während sich VISIONARY dem Ende zuneigt, schließt der AKI seine Fallstudie über die Präferenzen und Motivationen der ungarischen Wasserwirtschaftsgemeinschaft ab. In den abschließenden Workshops werden die Teilnehmer die Ergebnisse überprüfen und dazu beitragen, praktische politische Empfehlungen zu formulieren, um in Zukunft eine stärker integrierte und kooperative Wasserwirtschaft zu unterstützen.
