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Nachhaltiges öffentliches Catering in Ungarn

Wie kann Ungarn sein öffentliches Verpflegungssystem nachhaltiger gestalten, um die Nachhaltigkeit besser zu verankern und die ökologische Lebensmittelproduktion zu unterstützen? Eines der Ziele der vom AKI organisierten politischen und wissenschaftlichen Konsultation ist es, dieser Frage nachzugehen.

Länder, die den ökologischen Landbau institutionell gefördert haben und regelmäßig ökologische Produkte kaufen, haben bei der Entwicklung der Öko-Märkte erhebliche Fortschritte gemacht. Ungarn hingegen befindet sich in diesem Bereich noch in einem Entwicklungsstadium. Der ökologische Landbau in Ungarn ist derzeit hauptsächlich exportorientiert, konzentriert sich auf Ackerkulturen (z. B. Sonnenblumen, Raps, Weizen) und ist stark von Subventionen abhängig. Obwohl der Inlandsverbrauch von ökologischen Lebensmitteln zunimmt, reicht er noch nicht aus, um den Landwirten einen nennenswerten Anreiz für die Umstellung auf die ökologische Erzeugung zu bieten, da die Preise nach wie vor hoch sind und der Zugang begrenzt ist.

Ungarn will den Anteil der ökologisch bewirtschafteten Flächen bis 2027 verdoppeln, den Sektor diversifizieren, ökologische Wertschöpfungsketten und lokale Lebensmittelsysteme entwickeln und sowohl den Inlandsverbrauch als auch die Verarbeitungskapazitäten ausbauen. Die Ökologisierung der öffentlichen Verpflegung kann eine Schlüsselrolle bei der Erreichung dieser Ziele spielen. Die Versorgung von Schulen, Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen mit Lebensmitteln aus biologischen und heimischen Zutaten kann dazu beitragen, diesen Fortschritt zu fördern.

Die Initiative von VISIONARY und AKI zielt darauf ab, diese Hindernisse zu überwinden und Ansatzpunkte für einen systemischen Wandel zu identifizieren. Um dies zu erreichen, plant der AKI, mehrere wichtige, aber noch nicht ausreichend erforschte Bereiche zu untersuchen. Dazu gehören die Bewertung der Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von Bio-Lebensmitteln im Gaststättengewerbe, die Untersuchung der positiven Auswirkungen auf die Gesundheit und das Lernen von bewährten Verfahren in bestehenden Wertschöpfungsketten für Bio-Lebensmittel (z. B. Produktwege auf der Grundlage von Bio-Weizen).

Zu diesem Zweck arbeitet der AKI mit wichtigen Interessenvertretern aus der Gastronomie und dem Biosektor zusammen, um den Anteil von Biolebensmitteln in der öffentlichen Gastronomie zu erhöhen. Diese Plattform wird als Katalysator für das Verständnis des Prozesses des Aufbaus von Sozialkapital und die Förderung des gegenseitigen Verständnisses innerhalb eines komplexen und fragmentierten Lebensmittelsystems dienen, das mit zahlreichen Herausforderungen der Nachhaltigkeit konfrontiert ist.