Ökologische Produktionssysteme werden weithin für ihr Potenzial geschätzt, zur Bewältigung der zahlreichen ökologischen und umweltbezogenen Belastungen beizutragen, die die Nachhaltigkeit des Lebensmittelsektors untergraben. In Schottland erschweren verschiedene markt- und politikbezogene Einschränkungen den Übergang zum ökologischen Landbau, was sich in einem Rückgang der Fläche mit Bio-Zertifizierung in den letzten Jahren zeigt. Es besteht Bedarf an einer effektiven, wechselseitigen Kommunikation zwischen einer Reihe von Interessengruppen, von der Landwirtschaft bis zur Politik, um gemeinsam ganzheitlichere Wege zu fördern, die für den Übergang zu ökologischen Landwirtschaftssystemen erforderlich sind.
Um diese Herausforderungen anzugehen, organisierte das VISIONARY-Team der Universität Aberdeen einen Workshop mit einer SPI (Science-Policy-Interface), um die künftig erforderlichen Maßnahmen zu erörtern. Mehrere Interessengruppen aus der ökologischen Wertschöpfungskette (darunter Landwirte, Zertifizierungsstellen, Beratungsdienstleister), politische Entscheidungsträger (auf lokaler und nationaler Ebene) und Nichtregierungsorganisationen wurden zusammengebracht, um zu untersuchen, welche Aspekte ihrer Meinung nach bei der Modellierung von Maßnahmen berücksichtigt werden sollten und welche politischen und marktbasierten Maßnahmen erforderlich sind, um den Übergang zu einer stärkeren ökologischen Landwirtschaft zu fördern.
Dieser Kontext bildet die Grundlage für ein besseres kollektives Verständnis der Hindernisse und Triebkräfte für die Umstellung auf den ökologischen Landbau in Schottland und für die Entwicklung einer Reihe von Empfehlungen zur Verbesserung der Wirksamkeit politischer Ansätze, zur Stärkung der ökologischen Wertschöpfungskette und zur Förderung der Marktentwicklung. Im ersten SPI-Workshop, der im Mai 2023 stattfand, wurden einige wichtige Empfehlungen für den Sektor vorgeschlagen:
- Führungsrolle der Regierung: Die Teilnehmer wiesen auf die Notwendigkeit einer Führungsrolle der Öffentlichkeit hin, um die Rolle der ökologischen Landwirtschaft bei der Ergänzung der umfassenderen nationalen Agenda für eine klimaneutrale und biodiversitätsfreundliche Landwirtschaft zu verankern und zu verdeutlichen.
- Politische Instrumente – Bio-Aktionsplan in Schottland: Die Notwendigkeit eines Bio-Aktionsplans (OAP) in Schottland, der als Fahrplan für den schottischen Bio-Sektor dienen kann.
- Lieferketteninfrastruktur: Öffentliche und private Investitionen in die Liefer- und Wertschöpfungsketteninfrastruktur (z. B. Vertriebsnetze, lokal zertifizierte Bio-Verarbeitungsbetriebe und Schlachthöfe) sind erforderlich, um „lokalen Bio”-Produzenten einen fairen Zugang zum Markt zu ermöglichen.
- Priorisierung der öffentlichen Lebensmittelbeschaffung: Maximierung des Potenzials der öffentlichen Lebensmittelbeschaffung für die finanzielle Stabilität der Erzeuger und die Förderung der Entwicklung des Bio-Marktes durch Neugestaltung der Beschaffungsvorschriften und -verfahren und Festlegung nationaler Ziele, die der Beschaffung lokaler Bio-Lebensmittel Vorrang einräumen.